Zielkauf

In Werbeprospekten findet man immer öfter Preise, die sich jedweder Grundlage entbehren. Da werden schon mal nagelneue High Tech Fernsehgeräte für 29 Euro angeboten. Was oft erst auf den zweiten Blick ersichtlich ist: Es handelt sich um ein sogenanntes Zielkauf Angebot, bei dem der eigentliche Kaufbetrag in monatlichen Raten (von beispielsweise 29 Euro) gezahlt wird. Damit werden die Einzelhändler den Haushalten gerecht, die gerade für teure Anschaffungen immer weniger Geld übrig haben.

Und tatsächlich nutzen immer mehr Menschen die Gelegenheit zum Ratenkauf. Anschaffungen die früher jahrelanges Sparen vorausgesetzt hätten können dank dem Zielkauf heut zu Tage im Vorübergehen getätigt werden. Die Risiken sind allerdings meist ganz erheblich: Durch zahlreiche Zielkaufvereinbarungen verlieren immer mehr Menschen den Überblick über die eigene Einnahmen- und Ausgabensituation. In vielen Fällen sind Zielkaufvereinbarungen sogar der erste Schritt in eine schmerzhafte Schuldenfalle, aus der man nur schwierig herauskommen kann.

Besonders problematisch ist der Zielkauf vor allem dann, wenn er für Güter eingesetzt wird, die nicht zwangsläufig die Dauer des Ratenkaufes überschreiten überleben müssen. So kann es beispielsweise passieren, dass man noch mehrere Monate oder sogar Jahre für einen Fernseher oder Kühlschrank bezahlen muss, der schon lange kaputt ist.

Aber auch wenn der Zielkauf optimal abgewickelt werden sollte, macht der Käufer in der Regel kein gutes Geschäft. Viele Einzelhändler schlagen beim Zielkauf gnadenlos zu. Schnell werden hier Zinsen fällig, die oft deutlich höher liegen als im üblichen Bereich für einen vergleichbaren Ratenkredit bei einer Bank.

(Publiziert am: 9. Feb 2009 in der Rubrik: Lexikon der Finanzbegriffe)

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