Kommunalschuldverschreibung (Kommunalobligationen)

Kommunalobligationen sind in unruhigen Börsenzeiten für Anleger ein sicherer Hafen mit einem akzeptablen Ertrag. Dafür sorgen umfangreiche gesetzliche Vorschriften, die ein dichtes Sicherungsnetz knüpfen. So gehören Kommunalschuldverschreibungen zur Gruppe der öffentlichen Pfandbriefe und sind festverzinsliche Wertpapieren, die von dafür lizenzierten Kreditinstituten herausgegeben werden. Mit den Erlösen finanzieren die Banken Darlehen für öffentlich rechtliche Körperschaften, unter anderem für die Kommunen, die damit ihre öffentliche Infrastruktur wie Krankenhäuser, Straßen oder Schulen finanzieren.

Für den Anleger sind Kommunalobligationen aus vielen Gründen attraktiv. Ihre Vorteile:

1. Die Pfandbriefbanken müssen bei der Bundesanstalt für die Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Lizenz beantragen, dies ist wie ein Qualitätssiegel,
2. Sie unterliegen dem deutschen Pfandbriefgesetz und verfügen so über ein starkes Sicherungsnetz,
3. Sie erwirtschaften einen etwas attraktiveren Zins als Bundesanleihen, sind aber von der Bonität her genau so sicher,
4. Die Deckungsmassen (Sicherheiten) der Pfandbriefe bilden ein getrenntes Vermögen der Bank. Bei einer Insolvenz der Bank erhalten die Anleger der Pfandbriefe zuallererst ihr Geld zurück. Erst dann werden die Ansprüche der anderen Gläubiger der Bank bedient. Zu der Deckungsmasse gehören die Kredite, die die Banken an die Kommunen verleihen.
5. Die Deckungsmasse für die Pfandbriefe müssen per Gesetz eine Überdeckung von 2% der Masse haben, um die Verwaltungskosten ebenfalls mit abzudecken.
6. Die öffentlichen Pfandbriefe sind gedeckt durch die Bonität der Körperschaften, im Fall der Kommunalobligationen zum Beispiel durch die Steuereinnahmen, die den Kommunen zufließen.

Der Anleger überlässt den Kommunen mit dem Investment sein Geld für einen bestimmten Zeitraum. Wie bei jedem festverzinslichen Wertpapier hat er dafür:
1. einen Anspruch auf ein zeitabhängiges Entgelt in Form der Zinsen und
2. die Sicherheit auf Rückzahlung des gesamten Betrages nach Ende der Laufzeit.

Dies wird in der Urkunde schriftlich verbrieft. Die Urkunde besteht aus dem Mantel und den Kupons. Der Mantel verbrieft die Forderung, mit den Kupons kann der Anleger seine Zinsansprüche geltend machen.

Festverzinsliche Wertpapiere können täglich zum aktuellen Wert gekauft und verkauft werden. Sie unterliegen dabei Kursschwankungen, die jedoch bei Kommunalobligationen sehr gering sind und auch damit ihren Ruf als sichere Anlage begründen.

(Publiziert am: 14. Mrz 2009 in der Rubrik: Lexikon der Finanzbegriffe)

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