Habenzinsen

Das Thema Zinsen sollte eigentlich bei den meisten Bankkunden klar sein, dennoch stolpern viele Anleger über den Begriff Habenzinsen. Eins sei damit vorweg gesagt: wer über Habenzinsen verfügt, ist in einer glücklichen Situation. Entgegen zu Sollzinsen, werden Habenzinsen auf ein vorhandenes Guthaben angerechnet und vermehren damit ohne große Arbeit das Guthaben.

Bei Sparkonten kann man zurzeit mit einem Zinssatz von mageren 0,25% rechnen. Einige Hochzinskonten oder auch Tagesgeldkonten bieten noch etwa 1,5% an. Je nach Ausrichtung der Leitzinsen, steigt oder fällt die mögliche Verzinsung. Wer beispielsweise 10000 Euro für ein Jahr anlegt, erhält eine Verzinsung von 0,25%. Nach der Zinsgutschrift beträgt das Guthaben nicht mehr 10000 Euro, sondern 10025 Euro. Entsprechend werden dem Kunden 25 Euro Habenzinsen gutgeschrieben. Dieses Beispiel ist das einfachste, das man im Bankengeschäft aufstellen kann.

Einen besonders angenehmen Effekt hat der so genannte Zinseszinsaspekt. Liegt das Guthaben von 10000 Euro über mehrere Jahre, so erhöht sich jährlich der Habenzins. Das obige Beispiel berechnet sich nach dem zweiten Jahr wie folgt: 10025 Euro werden mit 0,25% verzinst. Entsprechend beträgt der Habenzins nicht mehr 25 Euro, sondern 25,06 Euro. Das Guthaben wächst insgesamt auf 10050,06 Euro an. Natürlich ist mit so einem geringen Zinssatz kein hoher Habenzins zu erwirtschaften, dennoch darf man die Macht des Zinseszinseffektes nicht unterschätzen. Nach zehn Jahren ist das Resultat recht erstaunlich, da der Habenzins über die Dauer nicht linear sondern expotential ansteigt. Einfach gesagt: der absolut ausgezahlte Habenzins wächst stetig.

Die Frage warum die Banken überhaupt Zinsen ausschütten, haben sich schon viele Kunden gefragt. Eine einfache Antwort ist die Tatsache, dass man als Kunde der Bank sein Geld zur Verfügung stellt. Sie arbeitet damit und legt das Geld für sich entsprechend gewinnbringend an. Von diesem Erfolg profitiert letztendlich der Kunde. Drastisch gesagt, gewährt der Privatkunde der Bank einen Kredit. Das Kreditgeschäft wird, zum einfacheren Verständnis, rückwärts abgewickelt. Bei garantierten Zinsen und Anlagen ohne Risiko ist das Geld dank zahlreicher Sicherungsfonds und Garantien sicher. Für Schäden haftet die Bank, sollte tatsächlich der schlimmste Fall eintreffen.

Für Anleger ist es daher sinnvoll, Sparpläne oder Bonussparbriefe über einen längeren Zeitraum abzuschließen. Hier erhält man jährlich einen garantierten Zinssatz und bekommt am Ende der Laufzeit einen satten Bonus. Bis zu 30% waren in der Vergangenheit möglich, einige Banken bieten noch rund 18% als Bonus an. Bei so einer Anlage bekommen Habenzinsen dann eine ganz andere Bedeutung, hier ist dann wirklich von einem Zinseszinsfaktor und einem echten Ergebnis zu sprechen.

(Publiziert am: 11. Okt 2009 in der Rubrik: Lexikon der Finanzbegriffe)

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